Maske und freie Meinungsäußerung: Oscar Wilde

Ein schönes Oscar-Wilde-Zitat: „Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gib ihm eine Maske, und er sagt die Wahrheit.“

Das müssen die Venezianer wohl auch im Sinn gehabt haben, als sie in politischen Gremien das Erscheinen in Bauta und Tabarro zur Pflicht machten und sich angewöhnten, dabei zusätzlich mit verstellter Stimme zu sprechen.

Die Maskierung bei der politischen  Aussprache wirkte also nicht nur auf die jeweiligen Zuhörer, die die Person des Sprechenden nicht recht einschätzen und deshalb nur seine Argumente abwägen konnten, sondern auch auf den Sprecher selbst, der geschützt durch die Verkleidung auf Bedingungen wie sein persönliches soziales Umfeld und die Zwänge seiner näheren Lebenumstände keine Rücksicht nehmen musste.

Heißt auch: Man kann tatsächlich nicht einfach sagen, Maskierung und anonymes Auftreten wirkten immer und automatisch deindividualisierend. Manch einer vertrat vielleicht nur hinter Bauta und Tabarro seine innersten Überzeugungen.

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