Die Firefox-Maske

Komisch, wie oft habe ich die „privaten Fenster“ im Firefox-Browser jetzt schon benutzt? Keine Ahnung, sehr häufig jedenfalls. Aber bisher nie darauf reagiert, dass die Macher der Software für ihre Browsen-ohne-Spuren-Funktion eine Maske als Symbol verwenden.

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So kündigt ein englischer Firefox den Wechsel in den „Ich-habe-jetzt-etwas-zu-verbergen“-Modus an, danach zeigt eine winzige kleine Maske im Fensert oben rechts, dass die Funktion noch aktiv ist – ganz ähnlich dem Schloss-Symbol, das eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung zur Zielseite markiert.

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Diese Symbolik ist durchaus eine Erwähnung wert, denn Masken haben im Umfeld von Informationssicherheit und Datenschutz sonst eher ein schlechtes Image und müssen immer wieder als Kennzeichen der Internet-Kriminellen herhalten. In den Randbemerkungen aus Nizza hatte ich dazu schon ein paar Sätze geschrieben.

Vielleicht ändert die Firefox-Symbolik ja ein bisschen daran. Die Maske taucht nämlich in einem Zusammenhang auf, der sich vielen PC-Benutzern viel leichter erschließt als die irgendwie abstrakt und irreal wirkende Gefahr, durch Geheimdienste, Großkonzerne, Versicherungen oder irgendwo auf der Welt lauernde Kreditkartendiebe abgehört zu werden: „Wenn ich die Firefox-Maske aufsetze, bekommt der nächste Benutzer am PC (Papa, Mama, Ehegesponst, Mitbewohner(in)…) nicht mit, was ich mir angesehen habe, weil keine Relikte im Browserverlauf oder sonstwo zurückbleiben!“ Das ist doch schon einmal etwas, wenigstens ein Anfang für ein rudimentäres Datenschutz-Bewusstsein.

Wie viele Besitzer dann aber auch wissen, dass ihnen der Masken-Modus nichts nützt, wenn sie aus dem privaten Fenster heraus zweifelhaftes Zeug auf der Festplatte ablegen, darüber mag ich nicht weiter nachdenken.

Darauf, dass der Maskenmodus nichts daran ändert, dass die Verbindung zwischen dem Browser und der Zielseite an irgendwelchen Zwischenknotenpunkten abgehört werden kann, weist ja immerhin der Eingangsbildschirm des „privaten Fensters“ hin – und zwar in der deutschen Version des Firefox-Browsers noch deutlicher als in der englischen. Außerdem wird hier ausdrücklich erwähnt, dass Speicherbefehle des Anwenders nach wie vor ausgeführt werden.

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Möge das als Awareness-Maßnahme genügen…

 

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