Transparenzgesellschaft als Katastrophe

Mal wieder etwas entdeckt, was viele andere schon kennen dürften: Byung-Chul Han kritisiert in seinem Buch „Transparenzgesellschaft“ (Berlin 2012) scharf das entsprechende Prinzip, das hier und hier schon Thema dieses Blogs war.

Byung

Der Philosoph sieht in der konsequent verfolgten Forderung nach Transparenz die Gefahr einer Gleichschaltung der Gesellschaft, in der alles Individuelle, Andere und Fremde durch die Diskreditierung aller unverständlich erscheinenden Lebensäußerungen unterdrückt wird. Aus seiner Sicht bedroht radikale Transparenz, wenn sie sich zum gesellschaftlichen Paradigma aufschwingt, auch die Kunst, da sie sowohl jene privaten Rückzeugsräume zu eliminieren sucht, in denen individuelle Kreativität ohne eine früh einsetzende und begleitende Kritik gedeiht, als auch Formen rätselhafter und geheimnisvoller Kommunikation an sich zurückzudrängen versucht. Der Wunsch, alles durchschauen zu wollen, zerstört überdies das Prinzip Vertrauen – siehe dazu das Interview mit dem Philosophen: „Wie steuern auf eine Katastrophe zu“ im Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 50/2012.

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