Wie es weitergeht – zweiter Anlauf

Schon vor geraumer Zeit hatte ich so etwas wie eine Planung für diesen kleinen Forschnungsblog versucht – und mich gewaltig geirrt. Das Thema des Spiels einer generischen Rolle, das mit dem Tragen von Bauta und Tabarro verbunden ist, drängte sich vor und beanspruchte ganz mit Recht viel Raum und Zeit.

Ich wage jetzt noch einmal eine Vorausschau und glaube, dass sie diesmal realistisch ist.

  • Was das Rollenspiel betrifft, so steht unbedingt noch ein Blick auf Johan Huizingas kulturhistorisches Werk „Homo Ludens“an: Der Autor behauptet, dass Spiel, Kultur und Kulturentwicklung sehr eng miteinander zusammenhängen. Dies möchste ich gern mit Ignatio Toscanis Ergebnissen abgleichen und untersuchen, wie die venezianische Anonymitätskultur in dieses Schema passt.
  • Anschließend steht David Auerbach auf dem Plan, der ähnliche Gedanken für die Internetkultur verfolgt und in seinem Essay „Anonymity as Culture“ unter anderem Rollenspiel-Elemente bei der Nutzung anonymer Internet-Foren genauer untersucht hat. Ich dachte bisher beispielsweise, die „Trolle“, die ungeliebten Störenfriede und Stänkerer in Foren wie Krautchan und 4Chan oder auch anderen Plattformen, meinten es zumeist ernst mit ihren Einlassungen  – Auerbach dagegen kann zeigen, dass das Trolling und seine Abwehr, aber auch sonstiges Kommunikationsverhalten in Internet-Foren, häufig eine besondere Art elaborierten Rollenspiels darstellen.
  • Danach würde ich mich gern noch kurz damit auseinandersetzen, ob Bauta und Tabarro noch irgendeinen Zusammenhang mit ursprünglichen rituellen und religiösen Bedeutungen von Masken haben. Vielleicht hilft dabei ein Blick in Lisa Zeitz`“Der Mann mit den Masken“ – eine Biographie des Psychoanalytikers und Maskensammlers Werner Muensterberger.
  • Der letzte Punkt zum Thema Rollenspiel und Maske ist dann ein weiteres Mal das „Gentleman-Ideal“ – weil „Gentleman“ zumindest teilweise und zeitweise auch eine Rolle war, die Personen in bestimmten Kulturen bewusst spielen konnten und, weil es die Gesellschaft forderte, auch spielen mussten. Hier geht es unter anderem erneut um den stabilisierenden Höflichkeitsfaktor, der Bautaträger offenbar am Missbrauch der Freiheiten ihrer anonymisierenden Maske hinderte.
  • Von dort aus dürfte dann der Schritt zum nächsten großen Thema zu schaffen sein, dem Abgleich des venezianischen Anonymitätsmodells mit anderen Konzepten des privaten und öffentlichen Lebens.

Aber langsam wird es gehen – und die englische Übersetzung sollte schließlich auch einmal wieder mit dem deutschen Blog gleichziehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s